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Das Zentrum Europas: Zertifikate nur zu Bürozeiten

One additional point on our trip, that I would not count as ‚must be seen‘ is the geographical center of Europe. It is approx. 30 km north of Vilnius, not far from our planned route, so we decided to visit that place. It is a nice memorial, shows the flags of European countries and you can get a certificate for your visit – if you come during office hours.

Ca. 30 km nördlich von Vilnius befindet sich der geografische Mittelpunkt Europas, einer der Punkte auf unserer Reise, die wir nicht zu den unbedingt nötigen Zielen gezählt haben. Da wir aber aus der passenden Richtung kamen, haben wir uns entschieden, dem Zentrum Europas trotzdem einen Besuch abzustatten.

Weg vom Parkplatz zum Zentrum Europas
Weg vom Parkplatz zum Zentrum Europas

In diesem Teil Litauens findet man – solange man nicht zu nahe an die großen Städte herankommt – noch jede Menge Gegend und dünne Besiedlung, was aber auch seinen Reiz hat.

jede Menge litauische Gegend
jede Menge litauische Gegend

Um zum eigentlichen Mittelpunkt zu kommen, parkt man idealerweise am benachbarten Golfclub. Von dort führt ein kurzer Fußweg durch einen Park zu dem beim Mittelpunkt aufgestellten Obelisken.

Parkplatz: N54.90806 E25.32078

Mittelpunkt: N54.906503 E25.318986

Weg zum Obelisken
Weg zum Obelisken

Für die Reisedokumentation mussten natürlich auch hier ordnungsgemäß die Koordinaten ermittelt werden.

Daten sammeln für's Blog
Daten sammeln für’s Blog

Den Besuch des Mittelpunkts Europas kann man sich dann auch mittels Zertifikat bescheinigen lassen, dies allerdings nur zu den Bürozeiten der dortigen Informationsstelle. (Bei unserem Besuch war die Stelle geschlossen.)

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Maut: Zur Litauischen Vignette mit Eskorte

Knowing the correct road toll in Lithuania for our camper is difficult. But even after a decision which vignette to buy, it is not easy to get one for a week with a EURO 0 classified vehicle. In the end the local police helped us and guided us to an appropriate petrol station. But even with their help we could not find out, if we really had needed the vignette we had bought.

Bereits mehrere Wochen vor Beginn unseres Urlaubs hatten wir versucht, herauszufinden, ob für uns die litauische LKW-Maut zu entrichten ist oder nicht. Eine eindeutige und verbindliche Auskunft für unseren speziellen Fall hatten wir weder von der entsprechenden litauischen Webseite, noch über die Wirtschaftsabteilung der litauischen Botschaft in Deutschland, noch vom litauischen Verkehrsministerium erhalten.

In den anderen Ländern war das einfacher: In Estland und Finnland gibt’s so etwas nicht, in Russland ist Maut nur auf ausgewählten Straßen für mehr als 12 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht (da lagen wir deutlich drunter) zu entrichten und in Lettland wird die Maut wohl nur für kommerziellen Güterverkehr erhoben.

Unser Iveco 110-17 ist nun dummerweise aktuell ein Sonderfall: Er ist als ‚LKW offener Kasten‘ zugelassen, da er normalerweise noch ohne Koffer genutzt wird und ist 29 Jahre alt und damit auch noch kein Oldtimer. An der Stelle, an der die Litauer in den Papieren die EU-Fahrzeugkategorie (z.B. N1, N2 oder N3) gesucht hatten, steht (nicht nur bei unserem Iveco) eine ’10‘.

Zusätzlich ist aktuell der Kung-Koffer unseres GAZ 66 auf der Ladefläche fest montiert, so dass der Iveco alle Kriterien zur Zulassung als ‚So.-KFZ Werkstattwagen‘ oder vermutlich sogar als Wohnmobil > 7,5 Tonnen erfüllt. Das macht natürlich die Aktenlage in Summe nicht einfach, aber einfach ist ja auch für Anfänger. 😉

Auf dem Weg vom Schloss Rundale in Lettland zum Berg der Kreuze in Litauen führt kaum ein Weg an der litauischen A12 vorbei, an der Grenze war also der Zeitpunkt gekommen, eine Entscheidung bzgl. der Vignette zu treffen. Da wir auch auf der weiteren Fahrt durch Litauen noch einige hundert Kilometer Autobahn vor uns hatten und die baltischen Staaten generell über eine recht gut ausgebaute Kameraüberwachung des Straßennetzes verfügen, wollten wir auch nicht das Risiko eingehen, ohne Vignette erwischt zu werden, wenn sie denn gebraucht wird.

Erster Anlaufpunkt war der sogenannte Kontaktpunkt an der Grenzstation bei der Einreise. Dort verwies man uns an eine Vignettenverkaufsstelle in einem kleinen Holzhäuschen ca. 100 m weiter. Die Dame meinte, dass wir aufgrund des Eintrags ’10‘ in den Papieren (den haben da in Deutschland recht viele Fahrzeuge der Kategorie N2) eigentlich keine Vignette brauchen, wusste das aber auch nicht sicher und hatte außerdem keine Vignette für Euro 0 in ihrem Bestand. Das sei aber kein Problem, ein paar Kilometer weitere käme eine Tankstelle, die nicht nur Vignetten für günstigere Abgasklassen hat. Wenn uns die Polizei auf dieser Strecke anhalten sollte, dann mögen wir die Situation bei der Kontrolle einfach erklären. Schriftlich und verbindlich geben konnte sie uns aber auch nichts.

Die genannte Tankstelle gibt es, sie war samstags geöffnet, der Kassierer kannte aber die Feinheiten des Mautsystems auch nicht und wollte sich zur Relevanz für unser Fahrzeug auch nicht festlegen. Ich hatte mich zwischenzeitlich entschieden, sicherheitshalber eine Wochenvignette passend zu den formalen Zulassungsdaten meines 110-17 zu kaufen, d.h. eine Vignette für die Abgasklasse Euro 0 und die Gewichtsklasse von 7,5 – 12 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht. Für diesen Fall bot mir der Verkäufer dann die Vignette für einen Reisebus mit Euro IV an. Die hätte im Falle einer Kontrolle wohl auch nicht geholfen, passende Vignetten für die am ehesten plausible Auswahl (s.o.) hatte er aber sowieso nicht da.

Da wir eigentlich nach Litauen gekommen waren, um ein paar touristische Highlights zu besichtigen, und nicht um Schnitzeljagd auf Vignetten zu machen, war das unsystematische Abklappern weiterer Tankstellen mit einer möglichen Kontrolle auf dem Weg dorthin nicht die Lösung unserer Wahl.

Ein Blick ins Navigationssystem zeigte uns knapp 2 km entfernt eine Polizeistation. Die Damen und Herren dort sollten doch wohl wissen, was wir brauchen und wo wir es herbekommen. Oder alternativ bescheinigen, dass wir versucht haben, unseren Pflichten nachzukommen, mangels geeigneter käuflicher Vignetten aber einfach aufschieben mussten.

Auch das war zu einfach gedacht. Es war nämlich Wochenende und die örtliche Polizeistation war geschlossen.

Nach ein wenig Sucherei haben wir dann aber die Gegensprechanlage gefunden, die uns mit einer anderen Wache verbunden hat, an der es sogar einen Englisch sprechenden Menschen am anderen Ende der Leitung gab. Der war zwar zunächst auch ratlos, hatte aber zumindest das Problem schnell verstanden. Seine pragmatische Lösung, uns weiterzuhelfen, war dann auch zielführend. Er schickte uns einen Streifenwagen mit einem sehr gut Englisch sprechenden Kollegen vorbei, der uns dann zu einer Tankstelle mit besserer Auswahl eskortierte.

Auch an dieser Tankstelle wusste weder der uns begleitende Polizist, noch der Kassierer an der Tankstelle verbindlich, welche Vignette wir denn jetzt wirklich benötigen. Wir haben dann die einwöchige N2 für Euro 0 genommen und bisher keine Post wegen Mautprellerei erhalten.

Vignette aus Litauen - es gibt sie doch
Vignette aus Litauen – es gibt sie doch

Ein herzliches Dankeschön geht an die sehr freundliche, engagierte und hilfsbereite litauische Polizei. Ein Grummeln geht an die Verantwortlichen für das Mautsystem, denen es nicht gelungen ist, die notwendige Transparenz für Fahrzeuge unserer Art zu schaffen. Wir wissen nämlich bis heute nicht, ob wir die Vignette wirklich gebraucht haben.

Registrierung in und um Sankt Petersburg

When you travel to Russia as a foreigner from EU countries you have to follow frequently changing rules regarding the requirements of your registration. If you stay at an unopened camping site this task stays with yourself. We solved it at the attached address. Many thanks to the lady that provided us with this information.

Als EU-Ausländer unterliegt man in Russland Regularien zu Registrierung, die sich immer mal wieder ändern. Üblicherweise kennen die Hotels oder Campingplätze, in denen man bleibt, die Regularien gut und übernehmen diese Formalität. Da wir aber bei unserem Besuch der Region von Sankt Petersburg auf einem saisonal noch nicht geöffneten Campingplatz geblieben sind, mussten wir uns selbst um die Registrierung kümmern. Vielen herzlichen Dank an die Dame, die uns mit den notwendigen Informationen weitergeholfen hat.

Die entsprechenden Regularien zitiere ich hier von der Seite des Auswärtigen Amtes der Bundesrepublik Deutschland, Stand 05.06.2017:

Anlässlich des FIFA-Konföderationen-Pokals 2017 („Confed Cup“) gelten besondere Regelungen für die Anmeldung (Registrierung) nach Einreise in die Russische Föderation. Während des Zeitraums vom 1. Juni 2017 bis 12. Juli 2017 müssen sich Reisende in den Städten Moskau, St. Petersburg, Kasan und Sotschi (Spielorte) binnen 24 Stunden registrieren lassen. Bei Unterkunft in einem Hotel erfolgt die Registrierung automatisch, in anderen Fällen muss die einladende Person bzw. Organisation aktiv werden.

Wir sind mit diesem Zettel ausgestattet problemlos zur entsprechenden Stelle in Sankt Petersburg gekommen und konnten dort die Formalitäten mit einer Bearbeitungszeit von einem Tag für 20 EUR pro Person durchführen lassen.

hilfreicher Zettel zur Registrierung in Sankt Petersburg in kyrillischer und lateinischer Schrift
hilfreicher Zettel zur Registrierung in Sankt Petersburg in kyrillischer und lateinischer Schrift

Weitere Details finden sich noch auf der Visitenkarte dieser Agentur:

Visitenkarte der Registrierungsagentur in Sankt Petersburg
Visitenkarte der Registrierungsagentur in Sankt Petersburg

Wir haben die Registrierung leicht mit unseren Besuchen der Sankt Petersburger Sehenswürdigkeiten verbinden können, die Agentur liegt unweit einer gut erreichbaren Metrostation mitten in der Stadt.

Auferstehungskirche
Auferstehungskirche

Zu den Sehenswürdigkeiten in Sankt Petersburg haben berufenere und kulturell tiefer in der Materie steckende Zeitgenossen bereits soviel geschrieben, dass ich hier nur sage: Der Besuch lohnt sich.

Wir haben es sogar geschafft, ohne Warteschlange in die Eremitage zu kommen.

Außenansicht der Eremitage in Sankt Petersburg
Außenansicht der Eremitage in Sankt Petersburg

Grenze Estland zur Russischen Föderation

As recommended we had pre-reserved our time slot to pass through the Estonian boarder handling. The night before crossing the boarder we stood at a camping site at ‚Hotel Laagna‘ where a group of motor homes had joined for a trip. Crossing the boarder worked as planned with no problems.

Bei der Reise über die russische Grenze hatten wir unseren Slot – wie dringend empfohlen – reserviert.

Kontrollpunkt und Wartebereich vor dem Grenzübergang Narva: GoSwift Queue Management System
https://www.eestipiir.ee/yphis/index.action?request_locale=en
+372 6123000 N59.37587 E28.15508

Grenzübergang Narva: Grenze ist in diesem Bereich der Fluss Narva
N59.37727 E28.19639

Blick zurück nach Estland
Blick zurück nach Estland

In diesem Bereich in jedem Fall der Beschilderung folgen.

Die Nacht zuvor haben wir am ‚Hotel Laagna‘ verbracht. Dort gibt es reichlich Platz für Wohnmobile, einen See und ein Schwimmbad. Es hatte sich bereits eine Reisegruppe mit Wohnmobilen eingefunden, die wohl gerade bei der Tagesbesprechung war.

Stuhlkreis französischer Wohnmobilisten
Stuhlkreis französischer Wohnmobilisten

Übernachtung: beim Laagna Hotell
http://www.laagna.ee/eng/touring-caravan-storage.html
+372 39 25 900 N59.395724 E27.968308

Platz am See auf dem Campingplatz am Hotel Laagna
Platz am See auf dem Campingplatz am Hotel Laagna
Blick auf das zum Hotel und Campingplatz gehörende Schwimmbad
Blick auf das zum Hotel und Campingplatz gehörende Schwimmbad
Stellplätze für schweres Gerät mit früher Abreise direkt am Hotel
Stellplätze für schweres Gerät mit früher Abreise direkt am Hotel

Lettische Maut und Strassenkategorien

The first challenge we were facing when coming to Latvia with our vehicle was to find out, if the Latvian road toll was relevant to us. Several mails and phone call before the start of our trip had not resulted in a definite answer, so we thought we would find out at the boarder. When we arrived there a substantial answer was not available, so we decided to follow the very brief description on the Latvian Toll System website. It states: „Payment must be made in order to use certain sections of Latvia’s main and regional roads (except for crossing them, including on roundabouts) by commercial vehicles and combinations thereof, the gross weight of which exceeds 3000 kilograms and which are intended or are used for the carriage of goods by road.“ As our Iveco is a historic vehicle and never has been used for commercial goods transport plus the reason for our travel is solely touristic we believe that the road toll is not relevant for us.

Spätestens bei der ‚Ankunft in Lettland mussten wir entscheiden, ob die lettische LKW-Maut für uns relevant ist oder nicht. In den Monaten vor unserer Reise hatten wir versucht, eine verbindliche Auskunft per Mail oder telefonischer Nachfrage zu erhalten, waren damit aber für unseren Sonderfall – einen ehemals militärischen Iveco 110-17 mit Camping-Aufbau – weder zu einer verlässlich positiven noch zu einer negativen Auskunft gekommen.

Bei der Fährankunft haben wir versucht, vor Ort eine Auskunft zu bekommen, was ebenfalls fehlgeschlagen ist. Am Ende haben wir uns dann auf die nicht sehr konkrete Information auf der lettischen Website zur LKW-Maut verlassen, die nur von kommerziellen Fahrzeugen spricht und daher entschieden, dass dies für uns nicht zutrifft.

Die lettischen Straßen fahren sich durchaus angenehm, obwohl auch die höchste Kategorie A (in den Landkarten üblicherweise rot markiert) an den meisten von uns befahrenen Stellen nur eine Fahrspur pro Richtung hat:

Lettische Straße der Kategorie A
Lettische Straße der Kategorie A

Für die Kategorien B und C (gelb und weiß) waren wir über das Allradfahrwerk unseres Iveco nicht böse, das bügelt doch das eine oder andere Loch weg und die Bereifung ist mit den Schotterstrecken gut klargekommen.

Lettische Straße der Kategorie B
Lettische Straße der Kategorie B
Lettische Straße der Kategorie C
Lettische Straße der Kategorie C

Travemünde Liepaja

To come to the Baltic region in a comfortable way we had decided to take the ferry from Travemünde to Liepaja. If you travel with a vehicle that is registered as a truck but used as a camper it is possible to use the camper tariff, but you should have that confirmed individually by Stena Lines, otherwise they might want to charge the regular tariff for commercial goods traffic which is relevantely higher.

Stena Nordica in Travemünde
Stena Nordica in Travemünde
Innenkabine auf der Stena Nordica
Innenkabine auf der Stena Nordica

Um komfortabel in die Baltischen Staaten zu reisen haben wir uns entschieden, mit der Fähre von Travemünde nach Liepaja zu fahren. Stena Line hat da ein recht gutes Angebot, aber falls man wie wir mit einem als Camper genutzten LKW reist, sollte man sich die Buchung nach Vorlage einiger Fotos vorher bestätigen lassen. Alternativ kann es sonst passieren, dass man bei Einchecken einen Aufpreis auf den deutlich höheren Tarif für regulären Gütertransport umbuchen ‚darf‘. Bei uns hat das alles stressfrei mit ein paar Mails und Telefonaten geklappt.

Hafenausfahrt Travemünde
Hafenausfahrt Travemünde

Fähranleger: Travemünde Skandinavienkai
https://www.stenaline.de/unsere-routen/travemuende-liepaja
+49 180 60 20 100 N53.94936 E10.85763

Die Fähre (Stena Nordica) ist recht rustikal, aber die Kabinen waren sauber und das Essen reichlich und gut. Man merkt halt an einigen Stellen, dass das primäre Klientel Fernfahrer und nicht Touristen auf einer Kreuzfahrt sind.

Fähranleger: Liepāja
https://www.stenaline.de/unsere-routen/travemuende-liepaja
+49 180 60 20 100 N56.52768 E20.99625

Hafeneinfahrt Liepaja mit  der Stena  Nordica
Hafeneinfahrt Liepaja mit der Stena Nordica

Tactical Gear – Der Artikel

Some days ago we received the article about our GAZ 66 in the Tactical Gear magazine including the permission to publish it here. Special thanks to the team from Tactical Gear and Michael. 🙂

Cover Tactical Gear 04/2016
Cover Tactical Gear 04/2016
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Vor ein paar Tagen haben wir von Tactical Gear den Artikel samt Genehmigung zur Veröffentlichung erhalten. Asche auf mein Haupt, das ging schneller als ich momentan Zeit finde, hier zu bloggen. Vielen herzlichen Dank an das Team von Tactical Gear und insbesondere an Michael. Wir sind zu allen weiteren Schandtaten bereit. 🙂

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